Heilpflanzen

Heilpflanzen sind die ältesten Heilmittel

Heilpflanzen sind seit langem bewährt – weil sie nicht nur Symptome unterdrücken

Ach, der moderne Mensch hat doch keine Zeit mehr zum Kranksein. Was, Fieber? Zäpfli her. Kopfweh? Wo sind die Schmerztabletten? Das sei der langwierige Weg, wenn ich wirklich gesunden wolle, sagt Susanna Krebs, eine erfahrene Heilpflanzenpraktikerin. Wir haben am 27.11. in dieser Zeitung ihre Art zu Gärtnern besprochen, heute nun ein kurzes Special zu Heilpflanzen und Gesundheit.

Susanna, was soll verkehrt sein an Fieberzäpfchen und Schmerzmittel?
Es ist nicht verkehrt, es geschieht keine Heilung! Dein Kopfweh merkst du nicht mehr, doch die Ursachen sind noch da. Und das Zäpfli hat eine entgegengesetzte Wirkung zu dem, was der Körper will. Das Immunsystem heizt, damit die Erreger absterben, jetzt sinkt das Fieber mit dem Zäpfli. Gleichzeitig ist zu sagen, dass diese Mittel der modernen Medizin in gewissen Situationen willkommen und unabdingbar sind.

Und mit Heilpflanzen geht es besser?
Die richtige Pflanze unterstützt deinen Körper beim Sich-selber-heilen. Nimm den bekannten Thymiantee: er reinigt die Atemwege und du kannst wieder durchatmen bei einer verstopften Nase. Unbedingt anzuwenden im Wechsel mit schleimhautpflegenden Pflanzen: Malven, Königskerzen, oder Quittensalbe. Kinder und ältere Personen die empfindliche Schleimhäute haben, sollten auf Thymian verzichten. Wunderbar wirken da Lindenblüten (Tee und Dämpfen) sowie Holunderblüten (Tee).

Dann soll ich mehr meinem Körper vertrauen?
Wäre mal ein guter Anfang! (Lächelt). Immer mal einen kurzen Blick nach innen: wie geht es mir? Denn wenn wir ehrlich sind, erkälten wir uns immer im sogenannt falschen Moment, dann wenn viel los ist. Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern ein Erhalten meiner Leistungsfähigkeit.

Genau, diese Winterzeit mit den Erkältungen! Hast Du mir da gute Tipps?
Natürlich. Einen hast du bereits von Deiner Mutter erwähnt: Zieh dich warm an! Unser Körper braucht eine Kerntemperatur von 36°C, da darfst du schon mal lange Unterhosen bei -10° anziehen. Sonst ist dein Organismus mit Warmhalten beschäftigt und schafft nicht viel mehr.
Eine andere Sache ist deine Ernährung: was isst du, passiert es nebenbei oder geniesst du es? Kochst du einheimisches, wärmendes Gemüse zu einem guten Braten oder ist es die Fertigpizza, neben dem Natel? Die innere Ruhe ist ebenfalls ein guter Gesund-Erhalter, sich nicht von allem und jedem stressen zu lassen.

Ooh, das läuft mir rein wie ein Honigbrot! Schön, das mal wieder zu hören, dass ich mir Zeit nehmen darf für mich…
Wenn unser Körper mit dem Gesund-werden beschäftigt ist, freut er sich ob leichter Kost. Gemüse, Nüsse, Vollwertgetreide, Salat, reife Früchte, Dörrobst, Milchprodukte und wenig Fleisch. Und wie wir seit einiger Zeit wissen, sitzt ja im Darm ein Grossteil unseres Immunsystems. Wir können uns also regelrecht gesund essen.

Welches Heilkraut passt da dazu?
Die Gundelrebe, ein unscheinbares Kraut mit rundlichen Blättern und lila Blüten. Sie reinigt den Darm. Und dann kannst du die Darmflora mit milchsauer Vergorenem unterstützen, z.B. rohes Sauerkraut, Kimchi. Je vielfältiger nämlich diese Flora (oder auch Mikrobiom) ist, umso schlagkräftiger ist dein Immunsystem.

Ja, diese Sache mit dem Essen.. da könnten wir noch lange reden.
Zum Glück gibt’s inzwischen viele gute Bücher dazu! Der ‚Darm mit Charme‘ war ein guter Anfang und auch Psychologen fragen heute ihre Patienten, was sie so essen. Lies mal dazu im aktuellen migros-Magazin! Noch eine Tasse Tee?

Gärn! Merci vielmals Susanna : )

Ja, das tat richtig gut, dieses Gespräch! Ich nehme mir das mit der Selbstfürsorge mit und nehme mir vor, mal eine Woche lang täglich ein anderes Gemüse zu kochen. Und dann fällt mir eine Freundin ein, die mir lachend gestand, ihre Kinder würden sogar Federkohl essen. Mit viel Gehacktem und Mais in einer Sahnesosse. Na bitte, geht doch!

Einen angenehmen Winter wünscht
Catrin Linke

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