Dialog Connection

Unser Verein lebt im Tal. Von Grabenkämpfen halten wir nichts

Grosse neue Mauern da sollen andere Mauern hier einstürzen lassen? Ein Essay.

Das 2025 war im westlichen Berner Oberland ein ziemlich Normales, aus Naturschutzsicht. Gewässer-Richtplan, Einsätze für Artenvielfalt, Vogelexkursion. Doch dann im Dezember ein Knüller: das Simmewehr abbauen. Rückbau der Staumauer in Wimmis im Tausch gegen Verzicht auf Widerstand gegen Trift- und Grimselpläne… hoppla! Wimmis als Standortgemeinde wurde davon völlig überrascht.

Die Schweiz ist eine Weltmacht in Sachen Käse- und Schoggi-Herstellung. Es gibt hier hochentwickelte Industrie und Forschung. Die Schweizer Gastronomie und Hotellerie geniesst Weltruhm. Nur eine Sache hat die Schweiz nicht: zuviel Platz. Die Industrie braucht ihn. Die Landwirte brauchen ihn, um die Bürger mit eigenen Produkten zu ernähren. Es heisst, das müsse auf intensive Art erfolgen, Bioanbau werfe zuwenig ab (das ist ein ganz anderes Thema!) und dann sind da noch die Menschen selbst, sie brauchen ja auch Platz. Den Rest, der übrig bleibt, ist für die Natur. Es ist nicht viel, die Flächengrössen der Schutzgebiete im Vergleich zum Ausland winzig. Verzeihen Sie mir den Umweg, doch mit dieser Vorbetrachtung verstehe ich die ständig auftretenden Nutzungskonflikte. Eins sollte dabei allen klar sein: Kommunikation hilft. Gegenseitiges Vertrauen auch, Offenheit…

Schon im 2022 hat die bkw selbst einen Antrag auf Rückbau des Wehrs gestellt, um ökologischen Aspekten zu genügen. Seit seiner Errichtung in der Mitte des letzten Jahrhunderts ist das Simmewehr ein Hindernis für die Fischwanderung. Das BAFU beurteilte die Kosten als unverhältnissmässig. Und täte es noch, wenn nicht aus dem Grimseldialog kwo-Millionen winkten.

Nüchtern betrachtet würden trotzdem über 50 Mio.Fr investiert, um ein sehr ambitiöses Projekt zu verwirklichen. Was war gleich der Ausgangspunkt? Richtig, die Fischgängigkeit! Nun, so ein Fischlift liesse sich einrichten. Durch die Kameras im Lift hätte man gleich ein Monitoring! Der Rückweg der Fische könnte ebenfalls mit technischer Begleitung erleichtert werden. Es gibt wohl schon Ergebnisse, wie solche Rechen vor den Turbinen platziert sind, damit noch genug Strom produziert wird.

Nicht fair ist es, den Simmewehr-Abbau jetzt den Umweltverbänden unterzuschieben. Die bkw selbst will es. Alle hoffen, dass jetzt klug entschieden wird, anstatt mit Geld um sich zu werfen.

eine Sicht auf verstreut liegende Ferienhäuser
Dank der Ruhe im Tal ist das Simmental noch immer ein gefragtes Urlaubsziel.